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COLLEGIUM HELVETICUM

DAS ICH IN DER LITERATUR

Ein Projekt des kulturwissenschaftlichen Gastes am Collegium Helveticum (akademisches Jahr 2010/2011), Michel Mettler.

In der Fiktion entfaltet das Wort Ich ein abgründiges Bedeutungspotenzial. Dieses rührt von den vielen Instanzen her, auf die es bezogen werden kann. Wie gehen wir mit der schillernden Mehrdeutigkeit dieses Reizwortes um – schreibend, lesend und interpretierend?

Im «Stiller» setzt Frisch es an den Anfang seines Romans. Arno Schmidt nennt es «ein Tablett voll glitzernder Snapshots». King Lear fragt lapidar: «Who is it that can tell me who I am?» Auf jeden Fall bildet dieser eine Buchstabe im Englischen, der sich im Deutschen entdreit, eines der labyrinthischsten Wörter, das wir im Erzählerischen kennen. Aus naturwissenschaftlichen Texten ist es nahezu verschwunden, vielschichtige Vakanzen stiftend.

Michel Mettler hat Fachleute verschiedener Disziplinen ins Literaturhaus Zürich zu einem 2-tägigen Symposium (6. und 7. April 2011) eingeladen, um dieses Spannungsfeld auszuloten. Romanciers, Literaturwissenschafter, Kritiker und Naturwissenschafter beschreiben und diskutieren aus ihrer Praxis, wie sie dieses so unscheinbare wie folgenreiche Wort im Text erfahren, verwenden, suchen oder umgehen.

Es ist geplant, die für das Symposium erstellten Beiträge in einer Buchpubliaktion zu veröffentlichen. Die Vortragsversionen der Texte können bereits heute heruntergeladen werden.

Roman Bucheli
Gerd Folkers
Christian Haller
Brigitte Kronauer
Sibylle Lewitscharoff
Wojciech Simson
Thomas Strässle

deutsch
LABORATORIUM FÜR TRANSDISZIPLINARITÄT