Der Mensch im Fokus: Techniken des Sammelns, Ordnens und Vergleichens oder das Problem des relevanten Wissens

Der Mensch, als ganzes oder aufgeteilt in Teilaspekte und Substanzen, wie auch dessen verschiedene Funktionsweisen werden heutzutage von vielen Forschungsprojekten ausgeleuchtet. Wissenschaftler aller Disziplinen streben nach neuer Erkenntnis des menschlichen Körpers und nach Beiträgen zu seiner Verbesserung. Krebsregister, Arzneimittelentwicklungen, Bildgebungsverfahren und andere wissenschaftliche Techniken, die in Biologie, Medizin, Pharmakologie und auch den Sozialwissenschaften zur Anwendung gelangen, tragen zur Gewinnung von wissenschaftlichem und sozial relevantem Wissen bei.

Gemäss unseren Beobachtungen sind wissenschaftliche Disziplinen unvermeidlich durch kulturell geprägte Bilder und Verständnisse, wie auch durch die sozialen Beschreibungen wie der Mensch zu verstehen sei, geformt. Diese Ideen und Vorstellungen erlauben das Fördern wie auch das Behindern des wissenschaftlichen Fortschritts. Zu jeglichem Zeitpunkt so unsere Vermutung sind diese Bilder im Stande zu prägen, was im Namen der Wissenschaft angestrebt und worauf gehofft wird.

Das Projekt (2008–2010) untersuchte wie die entsprechenden Sammel-, Ordnungs- und Interpretationstechniken zu diesen Menschenbildern beitragen bzw. wo sie jeweils an disziplinäre oder methodische Grenzen stossen. Das interdisziplinäre Projekt näherte sich vergleichend vier wissenschaftlichen Feldern und integrierte die Teilanalysen zu einem Gesamtbild, vor dessen Hintergrund wissenschaftliche Traditionen und gesellschaftliche Implikationen bzw. die Grenzen und Möglichkeiten von Forschung besser zu verstehen sind.

Das Projekt über die Medikamentenentwicklung bedenkt die Versuche den Menschen von einer molekularen Ebene aus zu katalogisieren und zu konstruieren.

Die Analyse der Neurogeneseforschung ermittelt das Wechselspiel zwischen dem wissenschaftlichen und dem kulturellen Menschenbild.

Die Untersuchung zu Sammlungen biologischen Materials widmet sich dem gesammelten Menschen, wie er dargestellt wird in seinen wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Körperteilen.

Schliesslich untersucht das Projekt zu den culture and personality studies den kulturell konditionierten Menschen.

Getragen wurde dieses Projekt durch grosszügige Zuwendung seitens der Hirschmann Stiftung, welche das Projekt während dreier Jahre begleitete. Folgende Forschenden des Collegium Helveticum waren an diesem Projekt beteiligt: Prof. Dr. Gerd Folkers (Gesamtleitung), dipl. natw. Martin Boyer (Medikamentenentwicklung), Dr. Rainer Egloff (Kultur- und Persönlichkeitsgeschichte), Dr. Beatrix Rubin (Entwicklung der Hirnforschung), sowie Dr. Priska Gisler (Geschichte biologischer Sammlungen, Projektleitung und Management).

Die Ergebnisse des drei Jahre dauerenden Projektes floss in die Publikation «Modell Mensch» (Edition Collegium Helveticum 7) ein.

LABORATORIUM FÜR TRANSDISZIPLINARITÄT